BIS-Bericht: COVID-19 Pandemie könnte CBDC und die Einführung des digitalen Zahlungsverkehrs fördern

In einem am 3. April 2020 veröffentlichten Bericht vertrat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Ansicht, dass sie ihre Operationen bald ausweiten könnte, um inmitten der COVID-19-Pandemie Platz für digitale Währungen der Zentralbank (CBDC) und digitale Zahlungen zu schaffen.

COVID-19 könnte die Entwicklung des CBDC vorantreiben

Als Reaktion auf die Befürchtungen einer Übertragung des COVID-19-Virus über Geldscheine und Münzen veröffentlichte die BIZ kürzlich einen Bericht mit dem Titel „Covid-19, cash, and the future of payments“ (Covid-19, Bargeld und die Zukunft des Zahlungsverkehrs), der besagt, dass die Pandemie das Wachstum und die Akzeptanz der CBDCs weltweit anregen könnte.

Der Bericht liest sich zum Teil:

„Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Krise müsste der CBDC insbesondere so gestaltet werden, dass er Zugangsmöglichkeiten zu den bankfreien und (kontaktfreien) technischen Schnittstellen ermöglicht, die für die gesamte Bevölkerung geeignet sind.6 Die Pandemie könnte daher die Forderungen nach CBDCs stärker in den Mittelpunkt rücken und den Wert des Zugangs zu verschiedenen Zahlungsmitteln sowie die Notwendigkeit hervorheben, dass jedes Zahlungsmittel gegen ein breites Spektrum von Bedrohungen widerstandsfähig sein muss.“

CoronavirusDem Bericht zufolge besteht die Sorge, dass Banknoten und Münzen zu den aktivsten Trägern des COVID-19-Virus gehören könnten. Eine große Anzahl von Medienhäusern hat sich weltweit an verschiedene Finanz- und Bankinstitute gewandt, um sich eingehend über die Legitimität solcher Bedenken zu informieren.

In Bezug auf solche Bedenken zitiert der Bericht eine kürzlich von van Doremalen (2020) durchgeführte Studie, die ergab, dass COVID-19 drei Stunden in der Luft, 24 Stunden auf Karton und sogar noch länger auf anderen harten Oberflächen wirken kann.

Banken überlassen nichts dem Zufall

Die Wissenschaftler kamen jedoch zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit der Übertragung durch Banknoten im Vergleich zu anderen häufig berührten Gegenständen gering ist. Insbesondere sind bis heute keine Fälle von COVID-19-Übertragung durch Banknoten oder Münzen bekannt.

Trotz des geringen Risikos ergreifen die Zentralbanken weltweit aktive Maßnahmen, um die Risiken im Zusammenhang mit der Übertragung des Virus durch Fiat-Währungen zu mindern. So hat beispielsweise die People’s Bank of China im Februar 2020 damit begonnen, Banknoten in den vom Virus betroffenen Regionen zu sterilisieren.

In ähnlicher Weise stellte die US-Notenbank im März fest, dass sie aus Asien eintreffende Banknoten unter Quarantäne stellt, bevor sie in der Wirtschaft wieder in Umlauf gebracht werden.